ARCHITEKTUR IST DIE KUNST DER PROPORTION.

Bruno Taut (1880-1938)

UNESCO Welterbe

Es gibt insgesamt 6 Siedlungen der Berliner Moderne in der Welterbe-Liste der UNESCO. 4 davon wurden von Bruno Taut entworfen und geplant:

  • Gartenstadt Falkenberg (Tuschkastensiedlung)
  • Großsiedlung Britz (Hufeisensiedlung)
  • Siedlung Schillerpark in Wedding
  •  Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg
Luftbild von der Hufeisensiedlung
Hufeisensiedlung, Berlin Britz INFO Von Sebastian Trommer - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Leben und Arbeit

Frühere Einflusse und erste Projekte

Bruno Möhrings Büro: Beschäftigung mit dem Jugendstil und den neuen Baumethoden mithilfe Stahl und Stein.

Theodor Fischers Büro: Erfahrungen in der Stadtplanung.

Technische Hochschule Charlottenburg (aktuell TU Berlin): Studium der Kunstgeschichte und Städtebau.

Internationale Anerkennung: der „Glashaus-Pavillon“ der Deutschen Glasindustrie in der Kölner Werkbundausstellung.

Taut's Glass Pavilion: exterior Taut's Glass Pavilion: interior

Die Gartenstadt

Gartenstadtbewegung: Fokus auf Gartensiedlungen, einer neuen Bauform aus England.

Gartenstadt Falkenberg („Kolonie Tuschkasten“):

  • Verschmelzung von Architektur und Natur
  • Staffelung von Häusern im Rhythmus der ansteigenden Topografie
  • ausreichend Luft und Licht
  • farbige Fassaden
  • hohe Bedeutung der Mietergärten
Weiße Villa in der Gartenstadt Falkenberg Eine blaue Villa in der Gartenstadt Falkenberg Rote und Gelbe Einfamilienhäuser in der Gartenstadt Falkenberg

Modernes Sozialwohnen

Architekten der klassischen Moderne gaben auf höchstem architektonischem Niveau Antwort auf die Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg: moderne, bezahlbare Wohnungen mit Küchen, Bädern und Balkonen, in Häusern ohne Hinterhof und Seitenflügel, dafür mit Licht, Luft und Sonne. Die qualitätsvolle Baukunst, die Formensprache, die Wohnungsgrundrisse und die städtebaulichen Figuren der Siedlungen wurden zum Vorbild für das ganze 20. Jahrhundert.
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin

1921 — Stadtbaurat von Magdeburg, Erstellung eines Generalsiedlungsplans.

1924 — Architekt bei GEHAG in Berlin, damals gemeinnützes Unternehmen (jetzt Teil von Deutsche Wohnen SE).

1924 — Siedlung Schillerpark

1925 — Hufeisensiedlung (jetzt auf GEHAGS Logo)

1926 — Onkel-Toms-Hütte

Farbe als Designprinzip

Taut durchsetzte seine Farbgebung-Kampagne in Magdeburg („Bunte Stadt Magdeburg“), wo er 1921-1924 als Stadtbaurat diente.

Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart (1927): Le Corbusier meinte, Bruno Taut sei farbenblind (im Gegensatz zu anderen, z.B. Ludwig Mies van der Rohe und Walter Gropius, deren Gebäude waren weiß, Tauts Haus war farbig)

Nicht nur die Fassaden waren farbig, sondern auch der Innenbereich. So sah eine typische Wohnung in der Onkel-Tom-Siedlung (1926) aus: Die Wohnzimmer waren mit Kalkfarbe in sattem Rot gestrichen, die Schlafzimmer blau, Küche und Bad gelb und grün.

Eine färbige Tür in der Gartenstadt Falkenberg Eine blaue Villa mit einem großem Baum in der Gartenstadt Falkenberg Eine blaue Villa in der Gartenstadt Falkenberg Eine klassische Fassade in der Onkel-Toms-Hütte Siedlung Eine gelbe Tür in der Onkel-Toms-Hütte Siedlung

Auswanderung und Ausbürgerung

Aufgrund seinen sozialistischen und pazifistischen Ansichten wurde Taut von Nationalsozialisten als Kulturbolschewisten abgestempelt.

Er verließ Deutschland 1933 und ist nach Japan umgezogen, wo er sich mit Theorie des "Neuen Bauens" beschäftigte und selbst entworfene kunsthandwerkliche Gegenstände verkaufte.

1936 wurde Taut in die Türkei als Professor für Architektur an der Akademie der Künste in Istanbul eingeladen. Er hat das Gebäude der Philologischen Fakultät der Universität Ankara gestaltet.

Sein letzter Auftrag war der Katafalk für den 1938 verstorbenen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk.

Fakultät für Sprache, Geographie und Geschichte, Universität Ankara
Fakultät für Sprache, Geographie und Geschichte, Universität Ankara Info Von Avniyazici - CC BY-SA 3.0, Link

Zeitachse

GEBOREN 4.5.1880 IN KÖNIGSBERG

1909 GRÜNDUNG DER FIRMA TAUT & HOFFMANN

1913 ERSTE GROßE PROJEKTE

1921 STADTBAURAT VON MAGDEBURG

1924 ARCHITEKT DER GEHAG

1930 PROFESSOR FÜR WOHNUNGSBAU UND SIEDLUNGSWESEN AN DER TU BERLIN

1931 MITGLIED DER PREUSSISCHEN AKADEMIE DER KÜNSTE BERLIN

1933 EMIGRATION NACH JAPAN UND 1936 IN DIE TÜRKEI

1938 AUSGEBÜRGERT IN ISTANBUL

GESTORBEN 24.12.1938

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